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einhorn insel der seligen

Zweig und Schleier



Manchmal sind da plötzlich Gespenster. Helle, grelle Lichtflecke an düsteren Orten, wo du eher Dinge zweifelhafter Natur vermutest, Resultat von Machenschaften.

Hier hat jemand gewartet, lange. Zigaretten halfen auszuharren. Verschwendete Zeit, zugiges Gelände, missbrauchtes Vertrauen.

Ein Schleier ist durch Zufall gestrandet. Der Wind hat ihn mitgerissen und achtlos abgesetzt. Der Wind erzählt keine Geschichten. Geschichten fallen vom Himmel und liegen auf der Straße.

Der Ort grenzt an ein Gebüsch, hinter dem sich die Penner erleichtern. Es kann sich auch jemand drin verbergen und plötzlich hervorbrechen, und seien es nur Kinder, die andere Kinder erschrecken wollen.

Zum Schleier hat sich ein losgerissener Zweig gesellt, der nach dem letzten Sturm abbrach und eine Zeit lang in einem Wipfel schaukelte, bis er niedersegelte, auf dem Schleier landete und ihn festhielt.

Wer aufs Pflaster niedergestreckt ist, muss auf eine Gelegenheit warten, sich aufzurichten. Die kommt oder kommt nicht.

Was bewahrt vor der falschen, ja lächerlichen Grazie des Niedersinkens? Du selber. Niemand sonst. Aufgestanden!

Durchhalteparolen, weiter nichts!

Nichts weiter?