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einhorn insel der seligen

Laon und Laon



Kaffernbüffel sind wir, keine Horn-Ochsen, wiewohl mit ausgeprägtem Kopfschmuck. Ein Haufen Frauenzimmer ist dabei. Wir gehen hier spazieren. Fällt uns nicht leicht mit all den Treppen und Gängen. Bewegung ist gesund, und ganz oben sollen seltene Gräser sprießen. Kumpel haben es heruntergebrüllt. Kann sein, dass sie schwindeln. Dass sie nur wollen, dass uns oben genau wie ihnen jämmerlich die Haxen zittern

Ist was anderes hier als die gewöhnlichen Ruinen. Bei denen kann man sich vorstellen, wie sie ausgeschaut haben - vorher. Ställe mit Fresströgen hatten die, Heu auf Vorrat, Misthaufen, Koppeln, auch Zäune, lächerliche Zäune. Hier: alles purer Irrsinn. Was soll unsereins so weit oben? Aber wir sind Vieh genug, um nicht zurückzustehen. Gibt ja nicht nur uns hier: gibt auch Löwen und Gazellen, Schweine, Hirsche, sogar Hunde. Und was weiß ich für andere Ausreißer aus Zoologischen Gärten, die überlebt haben.

Diese toten Steine sind enorm anziehend. Ein Kraftort. Man tut sich hier gegenseitig nichts an, will heißen: man frisst sich vorübergehend nicht auf. Gutes Karma.

Die Aussicht ist schwer erstampft und macht schwindlig. Wald, nichts als Wald, rundherum. Mit Lichtungen natürlich. Wie wären wir sonst hierher gekommen?

Tun wir nicht so, als ob wir verwandelte Menschen wären? Die so etwas gebaut haben, größer und immer größer, und es dann in Besitz nehmen wollten.

Damit ist es vorbei. Sie sind auf die Nase gefallen.

Erinnerungen? Gibt keine mehr. Wer weiß, ob es stimmt, was beim Wiederkäuen alles zusammenphantasiert worden ist?


(Foto: Max Mayr, Weggis)