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einhorn insel der seligen

It s time to dance



Tanzen ist riskant.

Tanzen ist so unentbehrlich wie das Risiko.

Stiefel tragen, auch wenn es kocht zwischen den Zehen. Den Fuß vor Schaden bewahren. Bei Aggression Revanche nehmen und zurück treten! Auf Spann und Achillessehne nur notfalls abzielen. Keineswegs mit voller Kraft, die Aktionen knapp über dem Boden gehen in der Jurisdiktion klammheimlich über in Körperverletzung.

Das entscheidende Momentum: die Partnerwahl. Bitte intuitiv. Mit Bauchgefühl. Mehr als bei jeder anderen Entscheidung stehst du bäuchlings in Berührbereitschaft. Sicher, zwischendurch hüpft jeder für sich allein, aber immer wieder kehrt man zurück zum Auge in Auge, und das heißt: Bauch gegen Bauch.

Die Körper bewegen sich unentwegt und bilden Figuren, die ausgreifen in den umgebenden Raum, den auch konkurrierende Tänzer bespielen. Es kommt zu interessanten Konstellationen, selten zu Verschlingungen oder ernsteren Kollisionen.

Bewegung ist Pflicht. Raum greifen, Raum aufgeben. Vorwärts. Rückwärts. Die Musik soll an dir vorbeiziehen und dich mitnehmen, sie darf nicht abprallen an dir. Denn unversehens naht ein gestiefelter Tänzer und bestraft dich.

Und immer ist da noch der Partner, der nach alter Sitte zu dir gehört, der unwiderruflich in deiner Verantwortung steht. Bis die Musik wechselt oder verstummt. Erst dann wird er dich ohrfeigen und in der Menge verschwinden auf Nimmerwiedersehen, wenn du ihm dazu Anlass warst.

Deine Stimme wird übertönt von der Musik, trotzdem musst du nicht auf sie verzichten. Deine Schreie, vor Begeisterung oder vor Schmerz (zu weiches Schuhwerk) formen dein Gesicht und fügen sich ein in deine Körpersprache. Es ist sogar eine brüllende Unterhaltung möglich, aber sie ist stets überflüssig.

Tanze niemals mit der Polizei, auch nicht vor oder gar in einem verwahrlosten, mit bunten Botschaften übersäten, besetzten Haus. Fliehe sie vielmehr. Die Macht der Musik (und die massive Anwesenheit anderer Tänzer) kann deine Verfolger kurzfristig irritieren und ihre Geschwindigkeit verringern.

Insbesondere weibliche Tänzer hegen und pflegen den Irrglauben, schöne Augen plus sanfte Musik könnten die Ordnungshüter von einem Zugriff absehen lassen. Aber wo kämen wir da hin? Und wo kämen die Ordnungshüter nebst Ordnung hin?

Mädels, aufgepasst! Es gibt auch Polizisten im Zivil!