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einhorn insel der seligen

Der Holzgeist


Sind so viele Augen, überall, getarnt. Mehr als du je entdecken kannst. Der böse Blick, vertausendfacht, ach was, millionenmal. Ein perfektes Überwachungssystem, dessen Daten nie gelöscht werden.

Du betrachtest kopfschüttelnd dieses hölzerne Teufelswerk. Lachst wohl gar darüber. Der Leibhaftige. Der Gottseibeiuns. Der Sparifankerl. Mei. - Bist ein Teufelsleugner. Hast keine Scheu vor der Höll, keine Angst, dort gegrillt zu werden mit Trump und Antichrist?

Es ist ein Museumsteufel, sagst du. Ein Kunstwerk, wär es sonst hier? Warum wird so etwas ausgestellt? Es schreckt niemand. Die Kunst steht drüber.

Aber: So oft ist behauptet worden, dass es den Teufel nicht gebe. Dass er eine arglistige Erfindung der Mutter Kirche sei, um ihren Schäfchen Angst zu machen und sie bei der Stange zu halten: Opferstock, Ablass, Kirchensteuer, Frondienst für den Bischof, Seuchen usw. Dafür ließen die Pfaffen ihm Hörner, Zähne und Krallen wachsen, und das Kirchenvolk stürmte die Beichtstühle.

Maler wurden beauftragt und gut bezahlt, um Tausende von Höllenstürzen und Jüngsten Gerichten zu malen. Was sie nie gesehen hatten, spornte ihre Phantasie an, sie legten sich ins Zeug. Für die Darstellung des Bösen wurden sie kreativ. Die Kirchenbesucher erschauerten, zündeten Kerzen an, verfielen dem Gebet.

Die ewige Qual der Hölle sollte es nicht geben? Dabei kannte doch jeder in seinem eigenen kleinen Umfeld genug Bösewichte, Halsabschneider, Schweinehunde, die eine solche Strafe verdienten! Betrug und Erpressung, Rücksichtslosigkeit und Lüge allüberall! Von denen wollte man keinen im Himmel wiedersehen. Wohin dann mit ihnen?

Und wohnte das Reich des Teufels nicht in den irdischen Waffenschmieden und Folterkammern, bei den Wucherern und Totschlägern? Na also.

Warum sollte der Teufel nicht unzählige Augen zum Spionieren, ein radargestütztes Ohr, uns zu belauschen, und eine riesige Schnüffelnase haben. Dann kriegt er dich! Er kriegt vor allem die, die nicht an ihn glauben.

Er mag zwar aussehen wie der neckische Waldgott Pan, der es liebt, plötzlich vor dir zu stehen, um dich in Pan-ik zu versetzen. Und schon ist er verschwunden und hat sich köstlich amüsiert, du hörst sein meckerndes Lachen im Gebüsch.

Während du dem Teufel nicht entgehst, wenn er dir den Weg versperrt, seine Krallen ausfährt, nach dir grabscht und dich packt ... Aus jedem Versteck kann er auftauchen, ob Holz, Beton, Schaumgummi … Aber du verziehst das Gesicht ...

Ja wenn man seine irdischen Inkarnationen einfach ausrotten könnte, die Gangster und Totschläger, Mafiosi und Spekulanten, Geheimdienstler und Gewaltherrscher!

Sie sind alle hier, mitten unter uns, wir lassen sie machen. Selbst ihren höllischen Gestank müssen wir ertragen, sie haben uns in der Hand und drücken zu, fest und fester … Mei.

Die Kunst steht drüber. Der Künstler hat immer recht.