Aktueller Eintrag
Frühere Einträge
Archiv
Schlagwörter

einhorn insel der seligen

Besprechung


Die drei. Die haben sich etwas zu sagen. Offenbar haben sie etwas vor. Aber nicht mit uns. Oder?

Keine Ahnung.

Wir haben nie auf diese traurigen Gestalten geachtet. Sie sind zur Seite gegangen, wenn wir ihnen begegnet sind.

Nein: sie sind uns ausgewichen. Wechselten frühzeitig vorausschauend auf die entgegengesetzte Straßenseite.

Aber sind nicht wir ausgewichen? Rasch abgebogen? Unter ein Vordach vor ein großes Klingelbord getreten? Eine Tasche abgesetzt und in ihr beflissen gewühlt?

Gut: Wir haben andere Farben bevorzugt. Das Braun gefiel uns nicht. Obwohl es keineswegs an Ausscheidungen erinnert. Zu blässlich.

Dieses Braun ist weniger aggressiv als Rot oder Schwarz.

Wenn aber nun …

Innen sind sie schwarz. Oder nur im Rachen? Haben sie unter ihren Klamotten rote Sachen an?

Wie sie dasitzen. Ganz leger. Reden und reden. Lassen sich von uns nicht stören (diesmal war ein Ausweichen unmöglich).

Sie flüstern. Ihr gutes Recht. Was die aushecken, geht uns nichts an.

Ach was: interessiert uns nicht.

Zwischenfrage: Wo sind die Köpfe geblieben?

Wir konnten nicht an ihnen vorbei. Haben sie uns genauer angesehen. Zum ersten Mal vielleicht. Keine Köpfe! Das soll wahrscheinlich provokant wirken.

Im Mittelalter haben sie geglaubt, dass es kopflose Menschen gibt, die ein Gesicht oberhalb des Nabels haben. Oder: den Mund statt des Nabels, die Augen statt der Brustwarzen, Nase: geschenkt. Ohren: dito.

Heutzutage?

Von Kopfverpflanzungen hat man schon gehört. Vom Bauchgefühl hört man andauernd. Aber …

Sauber abgetrennt. Muss man zugeben. Keine Spritzer an Hemdbrust und Kragen

Da, rechts oben, da hängen Köpfe!

Lass. Die passen nicht dazu. Wir können jetzt vorbeigehen. Mach nicht so ein Gesicht. Was wir über sie denken, geht sie nichts an.

Was willst du über solche schon groß denken?

Hätten wir sie grüßen sollen? Quasi als entfernte Bekannte. Oder als Mitbürger?

Das wäre unsererseits eine Provokation gewesen.

Gehen wir lieber. Solange noch Köpfe auf unseren Hälsen sitzen.