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einhorn insel der seligen

La forza del destino


Ich. Ich allein. Allein, und doch gefallen auf fruchtbaren Grund. Geschwebt? Getrudelt?

Gebremst, passgenau. Eingefädelt in diese Ritze.

Wurzeln geschlagen. Zur Pflanze erwacht. Ein Stängel, zwei Blättchen, vorerst.

Die Kollegen nebenan sind schon viel weiter. Brauch noch Sonne. Regen von Mal zu Mal. Werd ordentlich wachsen.

Ungeziefer kann wohnen in meinem Spalt. Darf. Ungeziefer wohnt überall. Interessiert nur Menschen.

Dieser Stamm. Umgestürzt mit gewaltiger Wucht und lautem Krachen.

Nein. War Absicht. Wurde gefällt. Entastet. Entrindet.

Hätte sonst nicht Fuß fassen können (ich). Und viele, viele könnten es mir nachtun.

Wenn der Stamm bliebe, wo er liegt. Nein, bleibt nicht da.

Werden ihn holen. Ihn wegzerren mit Gewalt. Mit Maschinen.

Werden ihn auseinander reißen längs des Spalts, ihn zerstückeln in tausend Teile.

Oder sie machen sich einen Spaß: Lassen mich stecken, bis ich mit dem letzten Stückchen Stamm auf den Hackklotz komme. Sie nehmen mich ins Visier und hacken haarscharf vorbei.

Ein Menschenscherz.

Lachhaft. Als ob sie es fertigbrächten, mich zu quälen.

Ich aber, Pionier, Neusiedler, einer, der Lebensraum erschließt, ich werde verrecken. So oder so.

Wenn ich jedoch rasch erwachsen würde… Nachkommen hätte … irgendwo … könnte ich den Spalt und die, die ihn vernichten werden, vergessen.

Weiß gar nicht, was für Blüten ich tragen würde. Weiß ja überhaupt nicht, wer ich bin, wie ich heiß. Nein, etwas bin ich schon. Und war auch schon was.

Vergangenheit, Zukunft – alles ein Spielplatz.

All dies geht durch mich hindurch und hinterlässt winzige Spuren. Brauch kein Gehirn.

Der Wind hat mich geholt, der Wind hat mich hierher verbracht .

Oder ein Vogel in seinem Kot?

Ein kurzes Spiel zu kurzem Ernst.