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einhorn insel der seligen

Lebens-Zeichen


Sie wachsen nicht in den Himmel. Sie bleiben letztlich unter sich, bevölkern Wände, eine Decke. Weiter, hinaus, oder gar hinauf, werden sie nicht kommen.

Sicherlich wollten sie Sinn sein. Du kannst die Buchstaben lesen, die Symbole deuten, aber es werden deine Buchstaben, deine Symbole sein. Nicht die irgendeines der Zeichen. Mit ihrer Bedeutung bleiben sie allein.

Zwischen den Zeichen bemerkst du Löcher. Von Nägeln? Von Kugeln, so geht es dir durch den Kopf. So normal und unvertreibbar ist der Gedanke an Krieg und Gewalt. Die Scharten könnten von Axthieben stammen. Oder sie sind nur tiefe Schrammen, Spuren von Frust und Zorn, Male einer hilflosen Ohnmacht.

Wie das Geflecht von dünnen Rinnen, von Striemen in der Wand, die den Eindruck erzeugen, sie seien eine Struktur, enthielten Informationen wie etwa ein Baumdiagramm.

Ja, manche Linienbündel erinnern an Bäume, die sich verzweigen, nackte Stämme, nacktes Geäst. Keine Bewohner. Keine Frucht.

Sie wachsen aus dem nackten Fels, der ist rötlich, der ist rötlich-grau. Fällt dir die Hölle ein? Es gibt keine Hölle. Das Teuflische ist in uns selber.

In Kerkern und Verliesen füllen sich die Mauern mit solchen Zeichen. Erinnerst du dich an die Kerben, die Robinson in ein Stück Holz schnitzte, um die Zeit zu messen, um die Zeit nicht zu vergessen? Die Zeit, die so oft gegen uns arbeitet?

Einer hat hier seinen Hut zurückgelassen. Er brauchte ihn nicht mehr. Er wurde abgeführt. Zum Beil.