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einhorn insel der seligen

Leibeslust Weibes Lust


So weit hat es kommen müssen!

Immerhin weiß ich, wie sie heißen: Angelina, Golda, Margret und Teresita. Sie haben keinen Ausweis gezeigt. Aber ich wäre auch mit Künstlernamen zufrieden. Hätte eine, schelmisch unter dem Kopftuch hervor kichernd, Benazir gesagt, so hätte ich gleichfalls mitgelacht.

Was ist ihr Begehr? Ist die Antwort so schwer?

MACARIO heißt der, den sie lieben. Ist es jener dubiose zyprische Erzbischof und Staatsgrieche? Theoretisch nicht unmöglich. Die Popen dort dürfen sich beweiben. Bei vieren auf einen Streich müsste eine klammheimliche Konversion zum Islam vermutet werden, und der türkische Nordteil der Insel hätte frohlockt.

Erheben wir uns über solch primitive Unterstellungen! MACARIO bedeutet gesegnet, glücklich, selig (wobei nicht die Vorstufe zu heilig gemeint ist), wonnevoll oder so. Die Damen nicken mir lachend zu. Sie haben mit der Arbeit begonnen. Teresita weist mit dem linken Bein zum Firmament, Zeig deine Schuh! Ruckedigu! Margret lutscht, erotisch schmatzend, am Finger. Golda zupft an ihrem Strumpfband, zap-zarap, zarap–zap-zap, und Angelina kuschelt sich, wo es am kuscheligsten ist, zwischen Margrets und Goldas Knien (autsch!) rollt sie sich schoßtierhaft ein.

Ich erschauere. Alles an mir zittert.

Sie lachen!? Was hätten Sie denn gemacht?

Jetzt fängt ein unsichtbarer Lautsprecher an zu rappen: Mint tea, Peach tea, da-da, da-da, Lemonade, da-da-da, Orange soda, Tonic water, da-da-da, da-dà, retrò, retrò .... Und immer wieder von vorne: Mint tea, Peach tea, da-da … Golda und Angelina zücken ihre Pullen, schwenken sie, ein paar Spritzer tropfen mir aufs Jackett, es verwirrt mich, aggressiv riecht es - nach Besäufnis, ich kann mir angesichts solch geballter Weiblichkeit aber keine Trancezustände leisten. Außer Angelina, die es sportlich mag, rollig rückwärts, tragen alle Damen männerblickfreundliche BHs, die Strumpfbänder hab ich schon erwähnt, die nackte Haut darunter nicht; nur Margret mag‘s blickdicht.

Die geraden und die schrägen Blicke wechseln sich ab. Acht Strahlen, die sich mir ins Hirn bohren und sofort weitergeleitet werden auf die Hirnanhangdrüse, und dann …

Es ist Golda, die mich am meisten durcheinander bringt, ich habe an ihr ein seltsam kirschfarbenes (oder pavianrotes?) Hüftteil entdeckt, es nimmt mir gänzlich die Fassung … Sie ist es auch, die Kopf und Oberkörper fast genau frontal zu mir gedreht hat, während die anderen Mädchenleiber sich kringeln und ringeln, wie es Kätzchen in bestimmten Situationen zu tun pflegen.

Ich fühle deutlich, wie meine Phantasie sich immer mehr einschränkt, vielleicht wäre es die Rettung, einen Film zu machen ...

Hollywood, hilf!

Manche mögen’s retrò … ?