Aktueller Eintrag
Frühere Einträge
Archiv
Schlagwörter

einhorn insel der seligen

Netzwerker


Wir haben Parteien. Gut so. Denn Parteien sind nötig. Wen sollten wir sonst wählen? Der einzelne Politiker ist doch nichts als ein Blatt im Wind, ein Fähnchen in steifer Brise. Und was wird aus ihm, wenn Sturm aufkommt? Es ist die Partei, die den Laden zusammenhält.

Gewiss, manchmal klingt die Stimme der Partei hohl, wie tönernes Erz und klingende Schelle. Es hängt von der Beschaffenheit des Resonanzraums ab. Der Zufall spült und bläst allerlei Fremdkörper ins Innere, nicht nur Blätter, auch Hölzchen und Staubkörner. sie verändern den Ton, der Klang splittert.

Wer zuhört, staunt. Doch jedes Nachdenken beginnt mit einem Staunen.

Wer gehört denn bei denen alles dazu, fragt man sich, meist unwillkürlich. Hier beginnt das Risiko der Parteien. Sie müssen parlieren und parlamentieren - oder lamentieren. Damit sie und die Wähler Spaß haben. Was täten wir, wenn die Politiker sich nicht dauernd stritten? Die Medien könnten zusammenpacken.

Die Parteien stehen nämlich vor einem Geschäft, das die Freiheitlich Demokratische Grundordnung verkauft. Im Sonderangebot gibt es die zu verteidigenden Westlichen Werte (deren wichtigster, wie schon erwähnt, Spaß haben ist).

Da stehen sie also und repräsentieren die Geschäftsidee. Und sollen möglichst viele Kunden anlocken. Als die Industrieprodukte, die sie sind. Gebraucht.

Was gebraucht ist, will umso heftiger wieder gebraucht werden. Dafür tun sie alles.

Sie stehen zusammen, sie stehen nebeneinander, sogar ineinander. Das sind die sogenannten Koalitionen. Koalitionen sind nötig, sonst würde Eintönigkeit regieren. Die Wähler würden sich langweilen, das Geschäft würde pleite gehen. Wie schrecklich wäre das!

Natürlich wird in der Koalition der einzelne Politiker, immerhin als einzelner aus dem Wahlzettel heraus gewählt, sich womöglich – an guten Tagen - fragen: Wo gehöre ich eigentlich hin? Was will, was wollte ich? In was für einem Ensemble spiele ich die wievielte Geige?

Doch das ist kein Ruf wie Donnerhall, es ist ein selbstreferentielles Flüstern, als kniete man in einem leeren Beichtstuhl.

Und ohnehin stellen die Medien andauernd derlei Fragen. Und die jeweilige Koalition antwortet mit jeweils sehr verschiedenen Klängen und Tönen, hohl oder ziemlich hohl, woraus das große Konzert der Demokratie entsteht.

Blech gegen Blech.


© 2014 by CLAUS MARTIN OSTERMAIR

 

WEBDESIGN |  SEPP FISCHER