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einhorn insel der seligen

Schrott


An echte Menschen trauen sie sich noch nicht ran. Da muss noch geübt werden.

Metall hat einen anderen Klang als Knochen, wenn es sich verformt oder splittert. Puppen wären besser, damit man die richtigen Stellen am Körper trifft. Das kommt noch.

Sie nehmen sich nicht jedes Fahrrad vor. Wäre auch ein bisschen viel verlangt in dieser Riesenstadt.

Sie nehmen zum Beispiel jedes zehnte. Sollen schon die alten Römer so gemacht haben mit gefangenen Feinden. Die wurden allerdings gekillt. Das haben sie hier nicht im Sinn. Sie stellen es sich nur vor: Könnte passieren. Ein Kick, nicht der unwichtigste.

Protzige Räder hätten sie am liebsten. Aber die sind äußerst rar. Deswegen machen sie sich manchmal auch an Autos ran. Lack zerkratzen oder Luft aus den Reifen lassen, die Schrauben vom Kennzeichen lockern, so dass es beim Anfahren herunterfällt. Aber das ist nichts Richtiges. Ein kleiner Scherz, für den der Macker blecht, weiter nichts.

Der Krach ist manchmal ein Problem. Nicht nur bei ihren Tritten und den Hieben mit dem Schläger, sondern weil sie gerne in ein Gejohle verfallen, wenn sie ihr Werk vollbracht haben und ein Zielwerfen mit ihren leeren Flaschen veranstalten.

Leider können sie selten den Ärger der Besitzer direkt beobachten. Sie denken einfach nicht immer dran, beim Kaputtmachen auch ein günstiges Versteck vorzusehen. Außerdem schwärmen sie in der Regel nachts aus, wenn kaum Leute unterwegs sind und nur wenige Streifen und man Autoscheinwerfer schon von weitem sieht. Und die Leutchen brauchen ihr Fahrrad oder Auto erst am Morgen. Da vergeht viel Zeit.

Doch langsam wird’s langweilig. Bald ist der erste Penner dran. Am besten im Schlaf. Da kann er nichts tun und man kann es ihm ordentlich besorgen. So, dass er lieber nicht aufgewacht wäre.

Ein Penner, der pennt. Haha.

Hm.

Haha, da gäb’s einen super Reim drauf: Ein Penner, der pennt. Ein Penner, der brennt. Wär‘n Renner! Und wenn er dann brennend anfängt zu rennen, vielleicht nur ein paar Schritt weit …


© 2014 by CLAUS MARTIN OSTERMAIR

 

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