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einhorn insel der seligen

Abschied von etwas


Die Tür verschlossen. Der Programmzettel verwahrlost, sich ablösend in Unschärfe. Ende einer kurzen, aber in ihrem Innern sicher sehr bewegten Zeit.

Die Zahlen wellen sich. Strapazen stecken in ihnen, auch Stumpfsinn der Wiederholung, Freude der Variation, Zusammenspiel und Intrigen, Triumphe womöglich. All das schnurrt zusammen auf eine Aktennotiz in der örtlichen Behörde und dieses Blatt, das nur mehr Abfall ist.

Oder hat etwa einer der Beteiligten Tagebuch geführt? Kaum. Man beendet den Hang zu solchen Schreibereien spätestens zugleich mit der Pubertät, diese seltsamen Elaborate lägen bald vergessen in einer Schublade oder dämmerten als verschobene, weil verschrobene Datei in den Tiefen eines Rechners vor sich hin.

Sicher gab es dafür eine Menge Mails oder SMS, Fotos, Videos, … begraben jedoch unter neueren, brandneuen Mails, SMS, Fotos, Videos, … überdeckt von wieder anderen, dringlicheren Mitteilungen …

In einem begrenzten Rahmen spiegelt das Plakat, das nun niemand mehr beachtet, ein besonderes Ereignis. Es hat alle ergriffen, die mitwirkten, so oder so, mehr oder weniger. Jetzt, ein paar Monate später würden sie sich noch daran erinnern, wenn sie jemand darauf anspräche.

Seitdem ist diese Tür nie wieder geöffnet worden.

Es mag sein, dass Bürger stehen geblieben sind und von einem öffentlichen Ärgernis gesprochen haben.

Die einen, weil sie der Ansicht sind, jeder solle seinen Dreck gefälligst wegräumen.

Die andern, weil nur Dinge von Aktualität öffentliche Aufmerksamkeit beanspruchen dürften.


Abgesehen davon kann man nie wissen, wo die Obrigkeit nächstens Asylbewerber unterbringt.