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einhorn insel der seligen

Dreck zu Dreck


Was zwischen verrottendem Holz aufblinkt, ist nicht nur ein Konzentrat wertvollen Düngers. Es ist auch Erinnerung an die Erleichterung eines geliebten Wesens.

Es kann sein, dass die Person, die es dort so fürsorglich deponiert hat, sich über gefährlich kippende Bohlen und Paletten balancierend vorwärtskämpfen musste, bevor die dafür bestimmte Stelle erreicht war.

War der Erzeuger des Bündels an ihrer Seite? Auch er riskierte viel.

Ebenso kann es jedoch sein, dass das rote Ding durch einen gezielten Wurf über einen hohen Zaun am gewünschten Ort platziert wurde. Damit kein Unbedachter es nachts durch einen blinden Tritt platzen ließe.

Rücksichtnahme also.

Oder demonstrative Mahnung. Denn die Frage stellt sich: Würde sich ohne das Vorhandensein jenes Säckchens irgendjemand an dem hässlichen Totholzhaufen stören? Den in der warmen Jahreszeit Ratten und Ungeziefer besiedeln?

Was das Auge kritischer Ästheten ärgert, beseitigt in der Regel eine nette Putzfrau. Dafür wird sie hinreichend bezahlt. Wird sie auch hier tätig werden? Oder kommen ihr die Arbeiter der Baufirma zuvor?

Fragen über Fragen.

Eine noch ganz andere Frage ist die des Händewaschens. Da ergeben sich im freien Gelände Schwierigkeiten. Umgreift Herrchen oder Frauchen bei der Aktion, die dem Deponieren notwendig vorausgeht, den Stuhl des treuen Freundes, getrennt von diesem durch eine dünne. leicht verrutschende Plastik-Haut, oder benützt es etwa Handschuhe und entsorgt diese danach? In gleicher Weise wie das Säckchen?

Einweghandschuhe sind ebenso wenig nachhaltig wie Kaffee - to go – Becher.


Umweltschützer, Unsere-Stadt-wird-schöner-Töner, Hygieniker - traurige Trias!


© 2014 by CLAUS MARTIN OSTERMAIR

 

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