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einhorn insel der seligen

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Deine Hand. Mächtig liegt sie auf der Schwelle. Sie ergreift Besitz von unserem Territorium. Sie wird zupacken. Der Besatzer hat immer Recht.

Die Unruhe, die hier um dich herrscht, die Hässlichkeit, der Schmutz, all das gibt dir ausreichend Berechtigung, dich zu dem aufzuschwingen, was du, da bin ich fast sicher, immer warst: ein Besetzer.

Alles war falsch bei uns, nun wird alles richtig gemacht.

Wer aber sagt, du selber kämest aus Unruhe, Hässlichkeit und Schmutz, dem soll deine Hand die Gurgel zudrücken. So rasch, dass er nicht zum Schreien kommt; so langsam, dass er genügend leidet. Wo Neues wachsen soll, wird das Alte zerstört. Tabula rasa. Diese Hand wird nicht lange fackeln.

Andererseits aber, zugegeben: Du siehst ein bisschen aus wie ein Zocker, du duckst dich, als ob du andeuten wolltest, du müsstest Luft haben um deinen Kopf. Das sehe ich ein. Denken ist schwer genug.

Einer sagte mal zu mir: Dummheit ist kein Hindernis, aber Müdigkeit ist schädlich. Das ist natürlich nicht auf dich gemünzt. Soll so ähnlich beim alten Machiavelli stehen.

Dein Kussmund fällt mir plötzlich (unangenehm) auf. Tarnung! Nein? Gegen einen Kuss hättest du nichts einzuwenden?

Wie? Deine starre Visage wäre nicht Ausdruck des Willens zur Macht – sondern: Bedürftigkeit? Eine Fratze der Agonie?

Wie? Du kommst nicht, um zu besetzen? Du rufst um Hilfe? Du bist ein feiger Schwächling, der sich im modernden Tümpel hinter seinen Ausdünstungen versteckt?

Das hat uns gerade noch gefehlt in unserem Sauhaufen.

Bist du am Ende ein Handaufleger, ein Geisterheiler, ein Seifenbläser? Ein Philosoph, der es zu nichts gebracht hat im Leben, außer zu Gedankenruinen und Systemabstürzen!

Ich werde dir jetzt auf die Hand treten und dich zurückstoßen in deine Kloake.

Entweder oder. Tertium non datur.