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einhorn insel der seligen

Formation


Unter Arkaden ist ein Sattelschädel einem Gestänge aufgepflanzt. Der Schatten stellt durch die Verdoppelung eine scheinbare Ordnung her.

Doch der Schatten ist nur Sekundant. Er gibt kein zuverlässiges Abbild. Er neigt sich oder hebt sich, je nach dem Sonnenstand wandert er. Immer wieder ist er spurlos verschwunden. Oft für lange Zeit.

Leichtfüßig scheint so der Schatten, vielseitiger als das Gebilde, dem er seine Existenz verdankt. In seiner Bewegung kommen dessen verschiedene Facetten zum Vorschein. Die Wahrnehmung verändert sich.

Körperlos ist der Schatten, er altert nicht. Er lebt vom Licht, und ist doch dessen Gegenteil. An den, der ihn ins Leben ruft, ist er gebunden. Er überlebt ihn nicht.

Was Schatten wirft, wiederholt sich, verzerrt, vergrößert oder verkleinert, in der zweiten Dimension.

Etwas, was nicht immer sichtbar ist, gewinnt auf einmal Gestalt. Oder es ist im Handumdrehen von der Bildfläche verschwunden.

Unbeschadet solcher Spintisierereien ist hier der Schatten das Gegenteil jenes Dings, das so verquer und hässlich aufragt und erst wenn der Schatten sich dazugesellt hat, zu einem skurrilen und suggestiven Gebilde wird, auf das sich Blicke richten und vor dem Köpfe geschüttelt, Schultern gezuckt werden.

(Mei … - Kunst halt!)

Das Hässliche ist machtlos gegen das Verschwinden des Schattens, das es schön - oder doch interessant - oder zumindest bizarr - aussehen ließ.

Was das Hässliche retten kann, ist das Licht.

© 2014 by CLAUS MARTIN OSTERMAIR

 

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