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einhorn insel der seligen

Die andere Welt

Sie wachsen rasch. Wachsen hinweg über unsere simple Geometrie, wuchern hinein in unsere Hirne. Geräuschlos. Bis zu dem Punkt, von dem es keine Rückkehr gibt.

Dieser Punkt sei zu erreichen, mahnte der Dichter.

Er hatte ihn bereits erreicht.

Kristalle durchsetzen die stumme Masse der grauen Zellen und bauen ihre Gebilde: Dinge, Maschinen, Behausungen, Schlösser.

Traumschlösser, Luftschlösser.

Schlösser mit eingravierten Namen, die an Brücken hängen.

Daneben schrumpfen und verrotten die Rechtecke und Kreise, aus denen unser Weltbild besteht.

In den Kristallwelten leben keine Menschen.

Kristallwelten sind ungestört schön.

Der Dichter sprach auch vom gefrorenen Meer in uns. Und von der Notwendigkeit, mit einer Axt dreinzuschlagen.

So mögen Eisberge entstehen, ihre stille Drift beginnen, auf Schifffahrtslinien zusteuern.

Kristalline Gebilde kannst du spalten, aber nicht vernichten. Die Teile speichern die Kraft, sich zu einem neuen Ganzen zusammenzufinden.

© 2014 by CLAUS MARTIN OSTERMAIR

 

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