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einhorn insel der seligen

Du bist ich ich bin du

Voraussetzung der Philosophie ist die Kontemplation. Das In-sich-Schauen. Das Bei-sich-Sein.

  • Nein: Deine Augen sind offen, weit offen. Der Gedanke will sich spiegeln. Will reflektieren und reflektiert werden.

  • Erst muss er sich bilden. In mir. Inwendig. Mit geschlossenen Augen. Er braucht Zeit.

  • Er muss vielmehr sofort bereit sein, sich zu wandeln und durch alle Wandlungen zu gehen, doch ohne sich zu verlieren.

  • Wenn ich die Augen öffne wie jetzt und sehe, dass ich angeschaut werde, verliere ich mich.

  • Nein: Sieh mir zu. Wie ich mich auch drehe und wende, ich bleibe nah bei mir, unter den vielen, die sich drehen und wenden.

  • Ich kann die Augen nicht schließen, nicht verschließen. Alles hängt doch mit allem zusammen. Selbst wenn du mein wirklicher Spiegel wärst und ich ein Zerrbild meiner selbst vor mir sähe, empfände ich es so. Der Gedanke entsetzt mich: Ich bin ein Nichts, denn ich bin nicht beständig.

  • Das Zerrbild ist die andere Möglichkeit des Denkens. Wenn du es im Spiegel siehst, siehst du dir selber zu, wie dich neue, fremde Ideen befragen. Du gewinnst eine andere Oberfläche, andere Wahrnehmungen, Aussicht auf andere Erfahrungen. Du bewegst dich anders in der Wirklichkeit. Du bist reicher geworden. Mit dem hermetischen und beflissenen Füllen des Kopfes und dem ängstlichen Glotzen ist es vorbei.


(Wie hätten Sie geantwortet?)