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einhorn insel der seligen

Tänzchen



Transparent sein. Offen für Durchdringungen. Emporkommen aus trübem Grund hinein in die Unschärfe der Nähe. Ohne Anbiederung. Ohne Drohgebärde.

Die Bewegung formt den Raum, nimmt ihn mit.

Ein menschenähnliches Wesen? Ein der Retorte entsprungener Einzeller?

Egal. Du heiterst mich auf. Deine Auswüchse interpretiere ich gern als Gliedmaßen. Dazu der schräge, halb geöffnete Mund, der schlüpfrige Blick. Ich amüsiere mich, beinahe.

Beinahe. Ich nehme mich zurück. Ich sollte Widerpart sein, sollte verstehen. Ich könnte fragen: worauf willst du hinaus, wo willst du hin in diesem seltsamen Körperchen? Dass du lebendig bist, das gestehe ich dir zu. Du bewegst dich nicht ohne Eleganz, aber nicht zielstrebig. Es ist ein lustiges Hüpfen und Hopsen, das sich überträgt auf die Kügelchen um dich herum, die anscheinend nicht Teil deines Körpers sind. Im Gegensatz zu den in sich gekrümmten Schlingen und Schleifen. Stößt du sie ab oder saugst du sie ein?

Beachte nicht das Insekt mit dem Saugrüssel (oder ist es ein Wurm?), das versucht, dir Anteile deiner Substanz wegzunehmen. Ich habe es eingeschmuggelt in dein Fluidum, um dich zu testen. Den Test hast du bravourös bestanden. Das fremde Wesen zieht wieder ab, und du entfaltest dich in deiner Blase weiter, erzeugst mächtige Schwünge, fremdartige Harmonien, denen meine Blicke gebannt folgen und denen mein Gehör nachspürt, obschon kein Laut von ihnen ausgeht.


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