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einhorn insel der seligen

Träumende



Mein Kopf hat mit geschlossenen Augen ihren Schoß gefunden.

Ich werde mit Seitenblicken betrachtet, es ist eine Drohung, die ich ignoriere. Ich will die Kraft ihres Leibes spüren, seine Energie soll durch meinen fließen. Bis ich mich wieder erheben kann. Niemand soll mir diesen Ruheplatz neiden, den ich durch glücklichen Zufall gefunden habe. Und der Zufall hat seine Begrenzung in der Zeit.

Und er gibt keine Ruhe.

Über mich, über uns kommt, hebt sich, bückt sich ein Mensch, ein Mann. Er ist es, der mich anblickt. Mich, alle und alles. Er hat Sklaven mitgebracht mit seltsamen Mützen und leeren Gesichtern. Sie sind bereit. Zu allem bereit.

Meine Arme wollen ihnen entgegentreten, doch sie sind abgefallen von den Schultern und suchen sich eigene Wege.

Zu dem Eindringling hat sich ein papierdünner Mann mit Ziegenfuß gestellt. Es wird ein Gerangel geben, beide wollen ungestört auf uns herabblicken, mich vertreiben durch den bloßen Bösen Blick und meinen Platz einnehmen, denn welcher Ort in der Welt wäre dem Platz vorzuziehen, auf dem mein Kopf ruht?

Schreck greift sich Raum im Gesicht meiner Wohltäterin, meiner Geliebten, meiner Mutter? Unverwandt blickt sie auf den Mann, um dessen Hals sich ein dickes, faseriges Tau schlingt. Es strafft sich.

Ihr Mund öffnet sich. Gleich wird sie schreien, unerträglich laut, während ich, eingeklemmt, von beiden Männern, nicht wüsste, wie ich zu Hilfe kommen kann.

Im Traum sind wir alle verbunden, in einem einzigen Körper, der, wiewohl selbst unbewegt, zahllose Bewegungen in sich verwahrt und verschlossen hält. Der Traum erlaubt aber, sie alle zugleich zu denken, sie auszuführen, sie zu spüren, sie zu lassen. Er kehrt immer wieder zurück in sein anfängliches Bild.

Bis ein röhrenförmiges,Gebilde, ein Geschoss, den Leib der Frau durchbohrt. Lautlos.

Wehrlos versinken wir in den Wellen des Erwachens.


(pinxit Nik van Doz)

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