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einhorn insel der seligen

Märzenkätzchen


Sie sind die Propheten einer vorübergehend besseren Welt, erfüllt von Aufbruch, Entwicklung, Zukunft. Und, warum nicht: Liebe.

Im Sonnenlicht glänzen die Signale der ewigen Wiederkehr.

Was wiederkehrt, ist niemals das Gleiche, sondern Variationen

Die Ewigkeit ist eine Konstruktion in unserem Kopf, die Halt verspricht im Verwirrspiel der Erscheinungen. Wenigstens ein Teil von uns, ein kleiner Teil unserer Existenz sollte zuverlässig dorthin gehören.

Wenn wir einen Stein betasten,glauben wir für eine Sekunde, dass etwas unbegrenzt dauern kann,. Ihn betrachtend müssen wir dieses Gefühl sofort korrigieren: Die Zeit hat ihn geformt, das Wasser hat ihn zugeschliffen. Wir können ihm nichts abgeben von der Wärme unserer Hand.

Das Licht der Sonne, eingefangen von diesen Kätzchen, lässt uns Augenblicke lang bei uns sein. Wir erwachen zum Leben. Wir fühlen die erneute Ankunft des Frühlings im eigenen Körper. Und wäre es auch das letzte Mal, es ist da und es ist stark.

Winziger Austrieb einer Pflanze verändert unseren Blick auf die Welt.

Für kurze Zeit.

Und doch reichlich bemessen.

Alle Formen der Lebensfreude, der Lebensbejahung, setzen sich aus kleinen Teilen zusammen, die im Verborgenen wirken.

Die sind immer da.

Selten leuchten sie so stark - wie aus sich selbst heraus. Doch ihre Kraft ist geborgt - von der Sonne.

Wie wir unsere Existenz, uneingeschränkt und lebenslang, der Sonne verdanken

Diese Abhängigkeit hat ihrerseits einen Geschmack von Ewigkeit, mögen wir auch wissen und sogar mit Zahlen belegen können, dass die Sonne - wie alle Sterne - irgendwann nicht mehr scheinen wird. Die Physik sagt, wann das sein wird, doch sie sagt das mit Bündeln von Zahlen, die unsere Vorstellung übersteigen.

Die Mathematik hat sich ein Zahlensystem ausgedacht mit Zahlenfolgen, deren Ende nicht festliegt. Und sie kennt ein Zeichen für unendlich. Sie rechnet mit Gebilden wie Pi.

Aber sie bleibt stets in einem Raum, den sie selbst definiert hat. Auf unseren Wunsch nach Ewigkeit hat sie keine Antwort.

Vertrauen wir lieber den Verheißungen des Frühlings!

Foto: G.Rothfelder

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