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einhorn insel der seligen

Vor dem Ereignis


Halbkreis. Warten.

Die Waffen sind wir selbst.

Was geschehen soll, wird geschehen.

Warum?

Die da liegen, die werden nicht mehr aufstehen.

Einer von uns oder einer von ihnen? Das spielte keine Rolle mehr. So wird es später gesagt werden.

Wir haben uns gesammelt. Nichts wird uns trennen. Das sind die Worte, die zuvor gesprochen werden. Auswendig gelernt.

Es fehlt nur das Signal.

(…)

Wir mustern sie nicht. Wir blicken zu Boden. Vor uns das freie Feld.

Wo jetzt noch Gestrüpp wächst und Gras.

Wenn du aber so stehst, unbeweglich, fixiert auf das Kommende, das Kommando, auf das, was es verlangen wird von dir, jetzt gleich … wenn du so stehst, kann es sein, dass seltsame Gedanken aufsteigen und dich verwirren, für Sekunden.

Diese schwankenden Halme, diese scharfen Blattränder, diese Zweige mit Dornen … Beim Spazierengehen hättest du um sie einen Bogen gemacht.

Sie sehen dich an.

Sie haben keine Augen.

(…)

Einer, ein ganz bestimmter, wird irgendwann – nein, gleich, das Maul weit aufreißen und die Worte, auf die wir alle gefasst sind, aus sich herausbrüllen.

Dann hat das Drohen ein Ende. Dann beginnt das Krakeelen, das Rennen, das Niedertrampeln, das Totmachen.

Bis alles aus ist.


Sicut erat in principio et nunc et semper.

© 2014 by CLAUS MARTIN OSTERMAIR

 

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