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einhorn insel der seligen

Einsame Jäger

Da fuchtelt und zappelt und strampelt etwas. Streckt zittrig fadendünne Ausläufer von sich - wie flüchtige Fühler.

Es hat kein Ziel. Blind greift es aus, grabscht in die Leere hinein.

Doch da sind diese weißen Klumpen. Wecken sie Begehrlichkeiten?

Sterne? Asteroiden? Na!

Das Ding dreht heftige Pirouetten, scheint sich beinahe aufzulösen.

Eben ist eine schwarze Spindel vorbei gezogen. Nur eine Faser ist dort vorbeigeglitten, eine versehentliche, willenlose Bewegung.

Diese schwarze Spindel umkreist in weitem Bogen die hellen Körper. So sieht es aus.

Sieht es so aus?

Die Kraftlinien sind so wenig sichtbar wie die Flugbahnen der Sterne. Wir sind unbedarfte Betrachter.

Wir sagen: Diese zerfasernden Schlingen könnten sich niemals um einen festen Leib wickeln und ihn festhalten. Oder doch? Es ist nur noch nicht geschehen. Und wenn, was wäre dann?

Man weiß, dass Amöben und derlei Winzlinge sich gegenseitig zu verspeisen pflegen. Der eine Körper umringelt, umglitscht und umklammert den anderen, ringt ihn nieder, drückt ihn, platt oder wurstförmig, in sich hinein.

Wer sich wen einverleibt, ist nicht gesagt. Manchmal scheint das Geschlecht dabei eine Rolle zu spielen. Aber das ist Spekulation.


Kometen dagegen sind Klumpen aus schmutzigem Eis, Materiebrocken, Sternenstaub. Ein Schweif bilde sich erst mit der Zeit, heißt es.

© 2014 by CLAUS MARTIN OSTERMAIR

 

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